Birkhuhn

Lebensraum

90 Prozent des Bestandes in Deutschland ist im Alpenraum zu finden. Das Birkhuhn bevorzugt das gut strukturierte Gelände der Krummholzzone. Dieses Randgebiet des Waldes zeichnet sich durch offene oder lockere, niedrige Busch- und Baumstrukturen aus.  Im Jahresverlauf stellt das Birkhuhn ganz unterschiedliche Anforderungen an seinen Lebensraum. So wählt es beispielsweise während der Balz Moorböden und kurzrasige Flächen, wohingegen es sich im Winter in bewaldete Bereiche zurückzieht.  

Nahrung

Das Birkhuhn benötigt eine gut ausgebildete Zwergstrauchschicht aus Heidel- und Moorbeeren sowie Alpenrosen, da es sich zu einem Großteil von deren Blättern, Knospen und Früchten ernährt. Im Winter begnügt es sich sogar mit energiearmen Trieben und Knospen von Laub- und Nadelbäumen. Jungtiere ernähren sich von eiweißhaltigen Insekten und Würmern.  

Verhalten

Das Birkhuhn ist seinem Revier treu - es hält sich ganzjährig in einem Umkreis von höchstens vier Kilometern auf. Obwohl es gut fliegen kann, bleibt es meist auf dem Boden, um nach Nahrung zu suchen. Es ist hauptsächlich in den frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden aktiv. Den Rest des Tages verbringt es ruhend. Im Winter hält es sich dann in einer wärmenden Höhle auf, um wertvolle Energie zu sparen.   Ein ganz besonderes Schauspiel wird während der Balz gezeigt: Ab Ende März finden sich die Birkhähne in der Balzarena ein, wo sie eindrucksvolle Balztänze aufführen und Schaukämpfe austragen. Von der ersten Reihe aus sehen die Birkhennen zu, die anschließend ihren Favoriten auswählen.

Gefährdung

Die Gefährdung des Birkhuhns ist vor allem auf den Verlust seiner Lebensräume zurückzuführen: Die Trockenlegung von Mooren, der industrielle Torfabbau sowie die Aufforstung von Mooren und Heidegebieten tragen dazu bei. Durch intensive Weidewirtschaft und Überdüngung kann es zu Gelege- und Kükenverlusten und zu einer nachteiligen Veränderung der Vegetation kommen. Aber auch die Aufgabe von Alpflächen kann durch den Verlust mosaikartiger kurzrasiger Flächen einen Bestandsrückgang zur Folge haben.

Eine sehr große Gefahr ist auch der alpine Sport: Skipisten und Kunstschneeanlagen werden gebaut und die Rückzugsgebiete des Birkhuhns werden von Skitourengehern und Schneeschuhwanderern durchschritten. Birkhühner verlassen bei einer Störung fluchtartig ihre Höhle. Einmal aufgescheucht verbringen die Tiere den Rest des Tages oft im Freien – Kälte, Schnee und Sturm ausgesetzt. Dies hat vor allem bei wiederholtem Auftreten eine massive Schwächung der Vögel zur Folge.  

Deshalb empfehlen wir:

  • Bewege dich zur Schonung des Birkhuhns im Bereich der Waldgrenze und in den Zwergstrauchlagen auf einem definierten, eng begrenzten Korridor (Trichterregel).
  • Vermeide eine Routenführung parallel zur Waldgrenze.
  • Vermeide es, während der Dämmerung unterwegs zu sein.