Gämse

Aussehen

Gämsen sind Huftiere und haben in etwa die Größe eines Rehs. Sie haben einen kräftigen, gedrungenen Körper, eine kontrastreiche Kopfzeichnung und sowohl Männchen als auch Weibchen tragen hakenförmige, bis zu 25cm lange Hörner. Das rotbraune Sommerfell ist heller und leichter als das Winterhaarkleid.

Lebensraum

Gämsen leben an Steilhängen mit Felspartien und lockeren Waldbeständen, vorwiegend im Bereich der Waldgrenze und den oberhalb gelegenen, kräuterreichen Weiden. Im Winter halten sie sich oft weiter unten auf als im Sommer und bevorzugen sonnenexponierte Hänge, auf denen der Schnee schneller schmilzt.  

Nahrung

Gämsen ernähren sich im Sommer von Gräsern, Kräutern und Blättern, manchmal auch von Pilzen. Im Winter besteht ihre Nahrung aus Flechten und Moosen, Trieben und Knospen von Sträuchern und Nadelbäumen. Sie sind sehr genügsam und ihr Magen stellt sich im Winter auf die faserreichere Nahrung um. Für die Futtersuche werden meist die frühen Morgen- und die Abendstunden genutzt.

Verhalten

Gämsen sind tagaktiv und leben immer im selben Revier. Weibchen, Kitze und Jährlinge bilden Rudel von 20-30 Tieren. Für die Geburt ihrer Jungen trennen sich die Geißen für kurze Zeit von ihrem Rudel. Junge Böcke bilden kleinere Rudel, ältere männliche Tiere sind meist Einzelgänger. Während der Brunftzeit treffen die Geschlechter aufeinander. Die Böcke verteidigen ihr Revier und ihr Weibchen gegenüber Rivalen. Dabei kommt es auch zu intensiven Kämpfen – die Gefahr einer Verletzung ist hierbei groß. Während dieser Zeit nehmen die Böcke kaum Nahrung auf – es besteht die Gefahr, dass die Fettreserven nicht über den bevorstehenden langen Winter reichen.

Störungen

Man kann Gämsen schon aus relativ weiter Entfernung aufscheuchen. Ihre Fluchtdistanzen variieren zwischen deutlich unter 100 Meter bis über 300 Meter. Die Tiere nehmen Wintersportler, die rasch herannahen, als eine große Gefahr wahr, was Gämsen zur anstrengenden Flucht treibt. Flucht im hohen Schnee braucht sehr viel zusätzliche Energie. Werden sie von den besten Wintereinständen in den Wald hinein vertrieben, richten sie an Jungbäumen Verbissschäden an.

Deshalb empfehlen wir:

  • Halte dich an markierte Routen.
  • Mache keinen unnötigen Lärm.
  • Meide schneefreie Flächen, insbesondere Südlagen.
  • Wenn du in eine neue Geländekammer kommst, halte Ausschau. Wenn du Tiere erspähst, weiche ihnen aus oder lass ihnen die Zeit, sich in Ruhe zu entfernen.