Rothirsch

Aussehen

Männliche Tiere tragen ein Geweih aus Knochensubstanz (bis zu 8kg), das im Vergleich mit anderen Hirscharten besonders groß und verzweigt ist. Es wird jährlich zwischen Februar und April abgeworfen und innerhalb von fünf Monaten erneuert. Das Geweih dient vor allem als Waffe bei Brunftkämpfen, wobei in der Regel keine Verletzungen entstehen. Von April bis Juni wächst den Rothirschen ein rötliches Sommerfell, im September und Oktober ein graubraunes Winterfell. Nur die Männchen haben eine Halsmähne, die im Winter tiefbraun ist.  

Lebensraum

Der Rothirsch ist eine sehr anpassungsfähige Tierart und kann die unterschiedlichsten Lebensräume besiedeln. Er bevorzugt weitläufige Wälder als Rückzugsgebiete mit angrenzenden offenen Flächen zur Nahrungsaufnahme. Im Sommer werden hochliegende Alpweiden genutzt, im Winter tiefer gelegene Talsohlen. Die Hirsche kehren jedes Jahr an den einmal gewählten Ort zurück.  

Nahrung

Rothirsche sind Wiederkäuer. Ihre Nahrung besteht zu einem Großteil aus Gräsern und Kräutern, es kommen aber auch Zweige und Triebe von Laub und Nadelbäumen, Früchte oder Eicheln in Frage. Vor allem im Winter ernähren sich die Tiere auch von Flechten und Baumrinde.  

Verhalten

Rothirsche leben in Rudeln, die fast ganzjährig nach Geschlechtern getrennt sind. Die Mutterfamilie, das heißt ein weibliches Tier mit dies- und vorjährigem Jungtier, bildet die Grundeinheit eines Rudels, das von einer älteren Hirschkuh (Leittier) geführt wird. Die Brunftzeit im Herbst ist die einzige Zeit im Jahr, in der beide Geschlechter zusammenkommen. Auf sogenannten Brunftplätzen versucht der stärkste Hirsch (Platzhirsch) ein Rudel weiblicher Tiere zusammenzutreiben und gegen Rivalen zu verteidigen. Seine Stärke beweist er durch seine Stimme (Röhren), Imponierverhalten und, falls nötig, im Kampf. Nach der Brunft trennen sich die Geschlechter wieder, und die Tiere beziehen ihre Überwinterungsgebiete. Die Tragzeit beträgt beim Rothirsch ca. acht Monate.  

Reaktion auf Störung

Rothirsche lassen sich bereits aus einiger Entfernung aufscheuchen, z.B. nehmen sie Skifahrer, die rasch herannahen, als große Gefahr wahr. Ihre Fluchtdistanzen betragen bis zu 300 Metern. Eine Flucht bedeutet einen hohen Energieverlust, vor allem im hohen Schnee und auf offenen Flächen. Bei wiederholter Störung zieht sich das Rotwild tagsüber in dicht geschlossene Wälder zurück. Der gewohnte Tagesablauf und die Äsungs- und Ruheperioden werden unterbrochen, Tiere kommen erst nachts auf die Äsungsflächen und können an Jungbäumen Verbissschäden anrichten.  

Deshalb empfehlen wir:

  • Bleibe im Wald auf Forststraßen oder markierten Wegen.
  • Vermeide es, in der Dämmerung unterwegs zu sein.