Pflanzen

Das Oberallgäu mit dem Alpenvorland, den Allgäuer Hochalpen und dem Naturpark Nagelfluhkette gilt als Gebiet mit hoher Artenvielfalt im Alpenraum.
Durch die geologische Vielfalt sowie die Art der Bewirtschaftung vor allem durch die extensive Alpwirtschaft, sind im Lauf der Jahrhunderte viele neue, sehr artenreiche Lebensräume entstanden.

Wir möchten euch hier eine Auswahl zeigen, die wir stetig aktualisieren. Seid gespannt, wir stellen euch in regelmäßigen Abständen weitere faszinierende Pflanzen und Tierarten im Oberallgäu vor.

Alpenrose

Bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum)

  • Heidekrautgewächse (Ericaceae)
  • Blüht von Juni bis August
  • Aussehen: immergrün, bewimpert, gestielt, wechselständig, elliptisch-eiförmig, fein gekerbt-ganzrandig, rosarot, 30 – 100 cm lang; Zwergstrauch
  • Lebensraum: 1.500 – 2.600 m, bevorzugt kalkreiche Krummholzgebüsche und Zwergstrauchheiden, auch Kalkschutt, Geröll und steinige Hänge
  • geschützt

Arnika

(Arnica montana)

  • Korbblütler (Asteraceae), blüht von Juni bis August
  • Aussehen: gegenständig, lanzettlich, ganzrandig, behaart, gelb, 20 – 60 cm lang
  • Lebensraum:  800 – 2.500 m; bevorzugt Kalk- und Mergelböden, magere Bergwiesen, saure Lehm- und Moorwiesen, Zwergstrauchheiden
  • Heilpflanze
  • geschützt

Alpen-Edelweiß

(Leontopodium alpinium)

  • Korbblütler (Asteraceae)
  • Blüht von Juli – September
  • Aussehen: rosettig, lenzettlich, an Unterseite stark behaart wollig, weiß-filzig
  • Größe: 5 – 20 cm
  • Lebensraum: bevorzugt Kalksteinfelsen auf 1.800 – 3.200 m, auf Steinfluren
  • Stark geschützt, selten

Stängel­loser Silikat-Enzian

(Gentiana acaulis, Gentiana kochiana)

  • 3 – 5 cm lange, eng glockenförmige Blüten zu 1 – 3 in den Blattachseln
  • Blüten dunkelblau. Stängel aufrecht, schlank, an schattigen Standorten überhängend bis liegend. Blätter gegenständig, eilanzettlich, lang zugespitzt, bis 8 cm lang.
  • Vorkommen: Moorwiesen, Waldränder und Bergmischwälder im Alpenvorland und den Alpen. Auf frischen bis feuchten, meist kalkreichen, modrig-torfigen Böden. Ziemlich selten.

Gelber Frauenschuh

Marien­frauen­schuh (Cypripedium calceolus)

  • Orchideengewächse (Orchideceae)
  • Blüht von Juni bis Juli
  • Aussehen: wechselständig, stängelumfassend, eiförmig, ganzrandig, 20 – 60 cm lang
  • Lebensraum: Vorkommen in 900 – 1.700 m, bevorzugt lichte, kalk- und humusreiche Schluchtwälder, Latschengebüsche
  • Stark gefährdet, steht in allen Ländern Europas unter strengstem Naturschutz

Wissenswertes: Die Blüte ist eine Kesselfalle. Sandbienen, die nach Nektar suchen, rutschen an den glatten Wänden der Lippe ab und können diese nur über enge Öffnungen am hinteren Ende wieder verlassen. Dabei werden sie mit Pollenpaketen beklebt und laden mitgebrachten Pollen an der Narbe ab. Geleitet werden sie durch helle „Fenster“ am hinteren Teil der Lippe.
 

Silberdistel

(Carlina acaulis)

  • Korbblütler (Asteraceae)
  • Blüht von Juni bis September
  • Aussehen: 3 – 40 cm hohe Pflanze mit einem 5 – 12 cm großen Blütenkörbchen, am Ende teils sehr kurzen, teils bis zu 40 cm langen Stängels. Die weißlich bis rötlich gefärbten Rohrenblüten im Innern des Blütenkörbchens werden von den strahlig ausgebreiteten, silberweiß glänzenden inneren Hüllblättern umgeben.
  • Lebensraum: Wächst auf nährstoffarmen, lehmigen, oft kalkhaltigen Böden in mageren Wiesen und Weiden sowie in lichten Wäldern bis in 2.800 m Höhe.

Wissenswertes: Die großen Blütenkörbe, der im Volksmund auch „Wetterdistel“ genannten Pflanze, sind bei Sonnenschein weit geöffnet. Bei Regen, Nebel und in der Nacht schließen sich die silbrigweißen Hüllblätter und schützen so die Röhrenblüten vor Nässe und Kälte.

Rundblättriger Sonnentau

(Drosera rotundifolia)

  • Sonnentaugewächse Droseraceae
  • Blüht von Juli bis August
  • Aussehen: Bis 12 Blüten auf einem blattlosen Stängel, dieser 3 – 7 mal länger als die Blätter, Blütenblätter um 5 mm lang. Blätter plötzlich in den Stiel verschmälert
  • Lebensraum: Hochmoore, Niedermoore, Quellen, Grabenränder, feuchte Heiden
  • Geschütz

Wissenswertes: Die Blüte ist eine Kesselfalle. Sandbienen, die nach Nektar suchen, rutschen an den glatten Wänden der Lippe ab und können diese nur über enge Öffnungen am hinteren Ende wieder verlassen. Dabei werden sie mit Pollenpaketen beklebt und laden mitgebrachten Pollen an der Narbe ab. Geleitet werden sie durch helle „Fenster“ am hinteren Teil der Lippe.
 

Torfmoos

(Sphagnum sp.)

  • Torfmoosgewächse (Sphagnaceae). 
  • Aussehen: Bis zu 15 cm hohes, oft in dichten Polstern wachsendes Moos mit unverkennbarer Gestalt. Die einzelnen Stämmchen haben eine palmenartige Krone, darunter befinden sich in mehreren Wirteln angeordnete Seitenäste.
  • Je nach Torfmoosart sind die Blättchen grün, rot oder bräunlich gefärbt.
  • Vorkommen: Wächst auf nassen, torfigen Böden in Hochmooren, Quellfluren, Sumpfwiesen und Moorwäldern bis in 2.300 m Höhe.

Wissenswertes: Torfmoose können etwa das 20-fache ihres Trockengewichts an Wasser speichern und spielen bei der Entstehung meterdicker Torfschichten im Hochmoor eine zentrale Rolle: Sie wachsen nur an der Spitze, ihre unteren Teile sterben rasch ab. Im nassen, sauerstoffarmen und sauren Untergrund wird dieses abgestorbene Material nur unvollständig abgebaut und unter zunehmendem Druck gepresst – Torf entsteht. In Mitteleuropa bilden Moore etwa 1 mm Torf pro Jahr.