Flussuferläufer im Flug

Flussuferläufer (Actitis hypoleucos)

Steckbrief

  • Größe: ca. 18 - 20,5 cm
  • Gewicht: ca. 40 -85 g
  • Familie: Schnepfenvögel
  • Brutzeit: Mitte April bis Anfang Juni
  • Aufzuchtszeit: bis Anfang August
  • Bestand: ca 100 Brutpaare in Bayern

Tiere im Oberallgäu

Die Kiesbänke an der Iller im Oberallgäu sind ein magisches Örtchen. Nicht nur für uns Menschen, sondern auch für einige seltene Tierarten, die unsere Rücksichtnahme dringend benötigen.  Der Flussuferläufer ist einer davon.

Flussuferläufer am Ufer

Aussehen

Der Flussuferläufer hat im Vergleich zu anderen Schnepfenvögeln relativ kurze Beine und einen mäßig langen Schnabel, aber einen langen Schwanz. Er hat dunkle Augen mit einer weißen Umrandung und steht meist geduckt und leicht nach vorne gebeugt. Eine feine braun-graue Musterung ziert seine Oberseite. 

Die Unterseite ist weiß und er besitzt einen auffälligen weißen Keil zwischen der Brust und dem Flügelansatz. Dieser ist meist gut beim stehenden oder laufenden Vogel zu erkennen. Im Flug fällt ein weißer  Flügelstreif auf.

Nahrung

Der Flussuferläufer ernährt sich von Weichtieren, kleinen Krebsen, Insekten und Spinnen, die er am Flussufer findet.

Verhalten

Eine besonders markante Verhaltensweise, des Flussuferläufers ist das Wippen mit dem Hinterteil. Dies tut er, getreu seinem Namen, während er am Ufer auf- und abläuft. Seine Eier legt er in Kiesmulden ab. Wenn der Gefahr witter, mimt er einen verletzten Vogel und versucht auf sich aufmerksam zu machen. So kann er die Aufmerksamtkeit des Fressfeindes auf sich ziehen und seine Küken bzw. sein Gelege schützen.

Gefährdung

Der Flussuferläufer ist von Eurasien bis hin nach Japan verbreitet. In Bayern hat der Bestand aufgrund der Begradigung der Flüsse enorm gelitten. Nur noch ca. 100 Brutpaare konnten nachgewiesen werden. Der Flussuferläufer ist deshalb auf der Roten Liste Bayerns unter "Vom Aussterben bedroht" gelistet. Nicht nur der Wegfall geeigneter Lebensräume führt zu einem Rückgang des Bestandes, auch die Freizeitnutzung und die damit einhergehende Störung bei dr Brut bzw. Eiablage spielen eine Rolle.

Wasserbauliche Renaturierungsmaßnahmne können zu Wiederansiedlungen führen - ebenso die Vermeidung von Störungen am Brutplatz.

Lebensraum

Der Flussuferläufer ist nur beim Brutplatz relativ wählerisch. In Bayern vervorzugt er steinige Flüsse und Bäche zum Brüten. Er überwintert in Südeuropa oder Afrika. Auf seinem Hin- bzw. Rückreiseweg tritt er üerall auf wo auch Wasser zu finden ist, manchmal sogar an Teichen, in Parks oder im Hafenbecken. Für Vogelbeobachter ist er daher ein sehr verlässlicher Kandidat und zeigt sich bei seinem Durchzug sehr häufig.

Deshalb, beachte im Oberallgäu:

  • Beachte die gelben Hinweisschilder vor Ort
  • Meide Kiesbänke während der Brut- und Aufzuchtszeit
  • Achte auf mögliche Gelege im Kies.